Vegan auf dem Balkan IV: Nordmazedonien, Bulgarien und Rumänien

Nordmazedonien hat einiges zu bieten und zumindest in der Hauptstadt Skopje auch mehrere vegane Restaurants und Imbisse. Die meisten sind allerdings nicht zentrumsnah – bis auf Vegan 365 Kujna. Leider hat der kleine Laden am Wochenende geschlossen – und unter der Woche bekommt man auch nur bis 17 Uhr etwas zu essen. Ich war knapp zu spät – und so hat es mich zwei mal ins „Kollektiv – Bar & Restaurant“ verschlagen.

Ein sehr cooler Laden, direkt am Mazedonien-Platz. Auf der Speisekarte gibt es zahlreiche vegane Optionen, ich habe die Gemüse-Sandwiches mit Pommes und das mazedonische Schmorgericht Turlitava in der veganen Variante probiert. Sehr gut! In Ohrid war es da schon etwas schwieriger. Dort hat mich der Imbiss „Dr. Falafel“ über Wasser gehalten. Kleine Speisekarte, aber sehr zu empfehlen. Am Ende hat die Inhaberin schon gegrinst, wenn ich wieder den Laden betreten habe.

Loving Hut ist eine internationale Franchise-Kette mit veganen Lokalen, die aufgrund des Kult um die Gründerin Ching Hai durchaus auch kritisch gesehen wird. In dem kleinen Laden in Sofia habe ich allerdings weder ein Porträt von Ching Hai noch einen Fernseher gesehen, der das hauseigene „Supreme Master Television“-Programm in Dauerschleife zeigt… Ich habe eine Gemüse-Quiche und zum Nachtisch ein Schoko-Törtchen namens „Vegan rock“ probiert. Beides hat mir geschmeckt, allerdings wird dort das Essen auf Einweg-Geschirr serviert, das Besteck ist aus (kompostierbarem) Plastik, den Espresso bekommt man im beschichteten Pappbecher. Das konnten dann auch die ausgesprochen freundlichen Mitarbeitenden nicht wettmachen… Eine Alternative zum rein veganen Loving Hut ist das vegetarische „Dream House“ mit vielen veganen Optionen. Meine Varenniki waren für mich eine willkommene Abwechslung zu Falafel, Burger & Co. Plovdiv feiert sich in diesem Jahr als europäische Kulturhauptstadt 2019 und als älteste durchweg besiedelte Stadt Europas. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit von etwa 8000 vor Christus! Modern zeigt sich die Stadt dagegen beim Essen: Es gibt einige vegan-vegetarische Läden, zum Beispiel das Veggic im Szene-Viertel Kapana. Aber auch in ganz „normalen“ Restaurants wie dem „Raffy – Bar and Gelato“ gibt es gekennzeichnete, vegane Gerichte auf der Karte!

In Bukarest hat man die Qual der Wahl – und es ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Ich fand das Raw-Vegan-Café Sublimmme toll, nicht zuletzt wegen der unverschämt guten Schoko-Karamell-Torte. Wenn es mal schnell gehen muss, ist Mr. Çiğköfte, auch mitten im Zentrum, eine gute Alternative.