Vegan auf dem Balkan III: Montenegro und Albanien

In Kotor / Montenegro habe ich mich einmal durch die Speisekarte des Ombra Caffes in der Altstadt gegessen – nicht weil das vegane Essen dort herausragend ist, sondern weil es kaum Alternativen dazu in der Stadt gibt (immerhin vier vegane Optionen auf der Speisekarte – inklusive Frühstück!). Und ehrlich gesagt war ich schon ein wenig auf Pizza-Entzug und habe mich wie Bolle über die Gemüsepizze mit veganem Käse gefreut.

Auch in Kotor gibt es in vielen Supermärkten ein Regal mit Bio- und veganen Produkten. Allerdings frage ich mich bei den Preisen, ob das überhaupt irgendein Einheimischer je gekauft hat: Für einen Liter Reis-Drink kann man bis zu 3.45 Euro bezahlen. Wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsgehalt im Land bei etwa 522 Euro liegt, ist das unfassbar teuer… Da wundert es nicht, dass sich die Zahl der Veganer im Land noch sehr überschaubar ist!

Albanien hat mich in Sachen veganem Essen positiv überrascht. Als ich am ersten Tag in Tirana mit knurrendem Magen in den Imbiss um die Ecke (Fast Food Albania) gestolpert bin (ein Hostel-Mitarbeiter hatte ihn mir empfohlen), da strahlte mich die Frau hinter der Theke an: „Vegan? Kein Problem! Da finden wir etwas für Sie!“ Und tatsächlich: Gemeinsam gingen wir alle Soßen und Zutaten durch und dann hielt ich mein Pommes-Gemüse-Sandwich in der Hand. So freundlich bin ich selten in einem Fast-Food-Restaurant bedient worden! Und immer, wenn ich in den folgenden Tagen an dem Imbiss vorbeikam, winkten mir die Mitarbeiter zu… Neben Fast Food hat Tirana aber noch mehr zu bieten: Im Greeny zum Beispiel gibt es gesundes, frisch zubereitetes Essen – darunter sieben (!) vegane Gerichte auf der Speisekarte. Traditionelle albanische Küche verspricht das „Oda Restraurant“. Auch hier ist man auf Veganer/innen eingestellt: Ich kann mir eins von drei veganen Gerichten auf der Speisekarte aussuchen. Ich entscheide mich für gefüllte Aubergine und Paprika – eine gute Wahl! Außerhalb der Hauptstadt wird es etwas schwieriger, aber einen Salat ohne Käse (wie in Heaven’s Kitchen in Berat) bekommt man überall.