Marokkanisches Tamazight

Neben dem Arabischen ist seit 2011 in Marokko die Berbersprache „Tamazight“ als zweite „offizielle“ Amtssprache anerkannt (auf dem Bild, links und unterste Zeile). Trotz denkbar widriger Umstände hat sich diese Berbersprache erhalten. Noch in den 1980er und 1990er Jahren war sie in Marokko verboten, heute wird sie in der Schule unterrichtet und ist im Stadtbild immer mal wieder zu sehen.

Früher wurde Tamazight in arabischer, dann in lateinischer und heute meist in der so genannten Tifinaght-Schrift geschrieben – bzw. in einer modernen Version davon. Das Alphabet besteht aus geometrischen Zeichen und einigen neu hinzugefügten Zeichen. Ursprünglich wurden Vokale nicht verschriftlicht, Wörter gingen fließend ineinander über und die Schreibrichtung war nicht festgelegt. Je nach Lust und Laune konnte man also von rechts nach links oder unten nach oben oder auch umgekehrt schreiben. Das machte doch dem einen oder anderen Leser zu schaffen.

Das heutige moderne Tamazight ist deutlich leserfreundlicher: Wörter sind deutlich voneinander abgesetzt und auch die Schreibrichtung ist nicht mehr fakultativ, sondern verläuft von links nach rechts. Eine echte Alternative zum Arabischen ist das Tamazight im Alltag des Landes nicht, aber es besitzt einen hohen identitätsstiftenden Wert.